Die geplante Stationierung von Tornado-Kampfflugzeugen der Bundeswehr am Hamburger Flughafen löst eine neue Debatte über Militärfluglärm, Gesundheitsschutz und die Nutzung ziviler Infrastruktur für militärische Zwecke aus. Während die Antworten des Senats auf eine aktuelle Schriftliche Kleine Anfrage noch ausstehen, fordert BIG Fluglärm Transparenz, eine Befassung der Fluglärmschutzkommission und klare Aussagen zu den Auswirkungen auf die betroffene Bevölkerung.
Die Zahl der Nachtflüge am Hamburger Flughafen ist im ersten Quartal 2026 deutlich gestiegen. Mit 133 verspäteten Flügen nach 23 Uhr liegt der Wert rund 51 Prozent über dem Vorjahr. Auch Flüge nach Mitternacht haben sich verdoppelt. Die Entwicklung widerspricht der Bewertung des Jahres 2025 als Erfolg. Statt wirksamer Begrenzung wird die Nacht weiterhin als Puffer für den Tagesbetrieb genutzt. Die Belastung für die Betroffenen durch Fluglärm verschärft sich spürbar.
Die EU-Kommission überprüft die Verordnung zum „Balanced Approach“ beim Fluglärm. Doch ein Verfahren, das wirksame Betriebsbeschränkungen als letztes Mittel behandelt, schützt Betroffene nicht ausreichend. Trotz Zero-Pollution-Ziel bleibt die Zahl chronisch Belasteter hoch. BVF und ADF fordern verbindliche Lärmminderungsziele, echte Nachtregelungen und stärkere Beteiligung. Jetzt entscheidet sich, ob Gesundheit im EU-Luftverkehrsrecht tatsächlich Vorrang erhält.
Während Hamburg sich als nachhaltige Metropole inszeniert, steigen die nächtlichen Flugbewegungen auf Rekordniveau – 197 Flüge nach 23 Uhr allein bis Mai. Die Verspätungsregelung schützt nicht, sie legitimiert. Kritik daran wird vom Flughafen als „Stimmungsmache“ diffamiert. Die BIG Fluglärm Hamburg hält dagegen: mit klaren Daten, rechtlichen Schritten und der Forderung nach echter Nachtruhe statt PR-Rhetorik. Hamburg braucht Regeln – keine Ausnahmen für wirtschaftliche Interessen.
Hamburg will Exzellenzstadt sein – für Wissenschaft, Forschung, Start-ups und Kreativwirtschaft. Doch geistige Leistung braucht Ruhe und gesunden Schlaf. Der nächtliche Fluglärm stört jeden Tag die Erholung Tausender. Wer Innovation fördern will, muss Nachtruhe schützen. Der Flughafenbetrieb kollidiert mit dem Anspruch einer zukunftsfähigen Stadt. Hamburg braucht klare Grenzen – auch am Himmel.
Der neue Koalitionsvertrag von SPD und Grünen ist eine klare Entscheidung gegen den Fluglärmschutz. Kein erweitertes Nachtflugverbot, keine wirksame Verspätungsregelung, kein Schutz für die Gesundheit der Betroffenen. Stattdessen Ausbau des Flughafens und Schweigen zur Allianz. Die BIG zieht Konsequenzen und bleibt laut – für echten Schutz und politische Verantwortung.






