Tag gegen Lärm 2026: „Der Sound von morgen ist in Hamburg längst Realität“

Anlässlich des Tags gegen Lärm 2026 am 29. April 2026 unterstützt der Umweltverband BIG Fluglärm in Hamburg die Forderungen der Bundesvereinigung gegen Fluglärm (BVF) nach verbindlichem Gesundheitsschutz im Luftverkehr – und verweist auf die konkrete Situation am Flughafen Hamburg.

BIG fordert wirksamen Schutz vor Nachtfluglärm

Während unter dem Motto „Der Sound von morgen“ über technologische Lösungen und Innovationen diskutiert wird, erleben Betroffene durch Fluglärm in Hamburg seit Jahren eine gegenteilige Entwicklung: eine zunehmende Verdichtung von Flugbewegungen in den sensiblen Nacht- und Randzeiten.

„Der ‚Sound von morgen‘ ist in Hamburg längst Realität – insbesondere in der ersten Nachtstunde nach 22 Uhr. Genau dort konzentriert sich ein Großteil der Belastung, mit unmittelbaren Auswirkungen auf Schlaf und Gesundheit“, erklärt Martin Mosel, Vorsitzender des Umweltverbands BIG Fluglärm in Hamburg.

Die aktuellen Entwicklungen zeigen, dass technische Fortschritte im Luftverkehr nicht automatisch zu einer Entlastung führen. Im Gegenteil: Effizienzsteigerungen und wirtschaftlicher Druck tragen dazu bei, dass sich Flugbewegungen zeitlich verdichten und die Belastung für die Bevölkerung steigt.

Besonders deutlich wird dies in Hamburg bei der Praxis der Verspätungsregelung. Diese ermöglicht regelmäßig Flugbewegungen nach 23 Uhr und führt dazu, dass die gesetzlich besonders schützenswerte Nacht faktisch ausgehöhlt wird.

„Die entscheidende Frage ist nicht, wie Lärm künftig gemessen wird, sondern ob er tatsächlich reduziert wird. Die Realität in Hamburg zeigt: Die bestehenden Regelungen reichen nicht aus, um die Bevölkerung wirksam zu schützen“, so Mosel

Vor diesem Hintergrund fordert der Umweltverband BIG Fluglärm in Hamburg:

  • Konsequente Begrenzung von Flugbewegungen in den Nacht- und Randzeiten
  • Wirksame Reform der Verspätungsregelung mit klarem Vorrang des Gesundheitsschutzes
  • Verbindliche Ausrichtung der Lärmbewertung an gesundheitlichen Maßstäben
  • Transparente Darstellung realer nächtlicher Lärmereignisse statt rein statistischer Durchschnittswerte
  • Politische Priorisierung von Schutz und Gesundheit vor wirtschaftlichen Interessen

Der Umweltverband unterstützt ausdrücklich die bundesweiten Forderungen der BVF nach verbindlichen Nachtflugregelungen von 22 bis 6 Uhr und einer stärkeren Gewichtung des Gesundheitsschutzes in allen luftverkehrspolitischen Entscheidungen.

„Ein ‚Sound von morgen‘, der weiterhin krank macht, ist kein Fortschritt. Hamburg braucht keine neuen Versprechen, sondern wirksame Maßnahmen zum Schutz der Menschen“, bekräftigt Mosel